Nur Kunden über 250.000EUR gewünscht

Deutsche Banken reduzieren ihr Privatkundengeschäft und konzentrieren sich auf eine vermögende Klientel. So geschehen vor Kurzem beim privaten Bankhaus Donner & Reuschel. Das Institut beendet sein Retail-Online-Banking und schickt die Betroffenen zur Konkurrenz.


Bankdienstleistungen im Online-Banking eingestellt

Kunden in diesem Segment werden von Donner & Reuschel nicht mehr betreut, wie das Geldhaus auf Anfrage bestätigte. Das Institut widerspricht allerdings der in den Medien zu lesenden Behauptung, dass Kunden mit Vermögen unterhalb von 250.000 Euro derzeit Kündigungsschreiben erhalten würden. Die Bank relativiert diese Meldung und erklärt, dass sie auch weiterhin Kunden mit geringeren Vermögen betreuen würde und lediglich gewissen Dienstleistungen im Online-Banking einstellen will.

Konkrete Angaben in Bezug auf Mindestvermögen verweigert

Das Privatbankhaus Donner & Reuschel macht keine Aussagen zu pauschal bezifferbaren Mindestvolumen und verweist stattdessen auf die bei jedem Neukunden stattfindende Beratung. Eine gewisse Mindestanlagesumme sei in der individuellen Vermögensverwaltung zwar sinnvoll, weil damit Chancen bei optimaler Absicherung bestmöglich genutzt werden können. Das Bankhaus gibt eigenen Angaben entsprechend jedoch keine festen Einstiegsgrenzen vor.

Online-Banking-Kunden zum Mitbewerber geschickt

Fakt ist hingegen, dass das Institut Retail-Banking-Dienstleistungen für Kunden im Sektor Online-Banking einstellen und entsprechende Online-Bankverbindungen nicht mehr weiterführen will. Gründe dafür wurden nicht genannt, aber der betreffenden Kundengruppe wurden Alternativen aufgezeigt. Als neuen Anbieter schlug Donner & Reuschel die Commerzbank vor, das Angebot würde von den meisten Betroffenen verständnisvoll akzeptiert.

Dem allgemeinen Trend entsprechend

Trotz aller beschwichtigenden Erklärungen folgt das private Geldhaus einem bundesweit festzustellenden Trend. Herkömmlichen Kunden wird zunehmend weniger Service offeriert, nur den vermögenden Kunden kommt noch entsprechende Aufmerksamkeit zu. Vorbereitungen für den jetzt publik gewordenen Kurswechsel wurden bereits zum Jahreswechsel 2016/2017 getroffen. Seinerzeit gab der bislang als Vorstand im Private-Banking tätige Jörg Laser sein Ausscheiden bis Ende September dieses Jahres bekannt. Der Posten wurde bewusst nicht neu besetzt, stattdessen wurde das Aufgabengebiet auf andere Vorstandsmitglieder aufgeteilt. Unterm Strich kann davon ausgegangen werden, dass die Hamburger Zeitung mit ihrer Behauptung bezüglich einer Konzentration auf vermögende Kunden gar nicht so falsch lag.

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