Maschinen könnten viele Banker ersetzen

Das die vorangetriebene Digitalisierung in jeder Branche zahlreiche Arbeitsplätze kostet, kann nicht länger verheimlicht werden. Banken erhoffen von dem digitalen Wandel sinkende Kosten, jeder dritte Angestellte muss mit Kündigung rechnen.


Kognitive Technologien – für die meisten Geldhäuser immer erschwinglicher

Was für die Banken angesichts niedriger Zinserträge erstrebenswert scheint, ist für ihre Mitarbeiter mit existenziellen Sorgen verbunden. Sie fürchten um ihre Jobs, die von zunehmend leistungsfähigeren Programmen oder Maschinen übernommen werden. Und weil diese immer billiger auf den Markt kommen, nimmt die Entlassungswelle weltweit an Fahrt auf. Das Beratungsunternehmen McKinsey schreibt in einer Studie von 20 bis 30 Prozent aller Bankmitarbeiter, die in den kommenden Jahren durch digitale Alternativen ersetzt werden könnten. Insider halten die Zahlen allerdings für viel zu niedrig.

Unangebrachter Optimismus

Das die Automatisierung keine Arbeitsplätze im Bankenwesen kosten würde, kann zumindest für Deutschland als nicht zutreffend bezeichnet werden. Die Autoren von McKinsey behaupten in ihren Ausführungen, dass im Wandel begriffene US-Banken freigesetzte Mitarbeiter auf andere Aufgaben vorbereiten würden. Die Realität sieht jedoch anders aus: Goldman Sachs hat seit 2011 mehr als die Hälfte aller Investment-Banker und Devisen-Händler entlassen. Keinem einzigen wurde ein anderweitiger Job angeboten. Es scheint absolut im Interesse der Geldhäuser zu liegen, mit der Digitalisierung viel Geld zu sparen. Gleichwohl weisen einige Institute und die Medien ständig auf Chancen hin, ohne diese jedoch genauer zu beschreiben.

Wer nicht mitspielt, verliert im Wettbewerb

Einzelne Geldhäuser können sich dem Trend nicht entziehen, da sie mit konventionellem Geschäftsmodell dem digitalen Konkurrenzdruck nicht lange standhalten würden. Wie aus einer anderen Studie hervorgeht, ist den meisten Bankmitarbeitern überhaupt nicht bewusst, was auf sie zukommt. Lediglich 25 Prozent von ihnen sorgen sich aufgrund der Automatisierung um ihre Jobs. Vermutlich sind es aber die ungewissen Zukunftsaussichten, die bei den meisten zur Realitätsverweigerung führen. Wer die Zeichen der Zeit richtig erkannt hat und seine Arbeit als Banker liebt, sollte über eine Fortsetzung in Selbstständigkeit nachdenken, solange er noch die Wahl hat.

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