Knallharter Kampf um die Kunden

Bis 2020 will die Commerzbank im Vergleich zu 2016 zwei Millionen Neukunden gewonnen haben und dann insgesamt 14 Millionen Kunden bedienen. Beim größten Teil der “Neulinge” handelt es sich um Privatkunden, aber auch bei Firmenkunden strebt die Bank einen höheren Marktanteil an. Besonders im Fokus stehen mittelständische Unternehmen.


Das ist eine Klientel, die bisher bevorzugt von Volks- und Raiffeisenbanken sowie von Sparkassen finanziell begleitet wird. Dabei profitieren diese Institute von ihrer Präsenz in der Fläche und ihrer guten Vernetzung vor Ort. Aber diese Vorteile der “Nähe” gehen zunehmend verloren, seit VR-Banken und Sparkassen immer mehr Filialen schließen müssen.

VR-Banken und Sparkassen das Wasser abgraben

Die dadurch entstehende Lücke in der Betreuung will die Commerzbank gezielt zur Abwerbung nutzen. Dabei ist man durchaus gewillt, aggressiv vorzugehen, wie der fürs Firmenkunden-Geschäft zuständige Vorstand Michael Reuther jetzt in einem Zeitungs-Interview bekannte. So wurden bereits neuen Firmenkunden in Köln und Düsseldorf für begrenzte Zeit Kredite zum halben Zins geboten, um sie für weitere Geschäfte zu locken.

Nach erfolgreichem Verlauf soll dieser Pilotversuch jetzt bundesweit ausgerollt werden. Zeitlich befristete Wechsel-Angebote mit sehr attraktiven Konditionen werden dabei als “Köder” dienen. Mit dieser Strategie ist die Commerzbank schon länger im Privatkundengeschäft unterwegs. Neukunden erhalten hier bei Kontoeröffnungen Einmal-Prämien bis zu 100 Euro. Zahlenmäßig sind die Ziele im Firmenkundengeschäft bescheidener. Man will bis 2020 insgesamt 10.000 neue Firmenkunden werben, 6.500 hat die Commerzbank seit 2016 schon erreicht. Aber es zählt das dahinter stehende Geschäftspotential. Das ist wesentlich größer.

Marktführer im Mittelstand

Bereits jetzt sieht sich die Commerzbank als Marktführer beim größeren Mittelstand (Unternehmen von 100 Millionen bis eine Milliarde Euro Jahresumsatz). Jetzt soll diese Position auch bei kleineren Mittelständlern (15 Millionen bis 100 Millionen Euro Jahresumsatz) erreicht werden. Die Konkurrenz wird das nicht gerne hören und mancher Firmenkundenbetreuer dort wird sich über seine Zukunft Gedanken machen.

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