Integration der Postbank kostet Stellen

Die Deutsche Bank will mit der Integration der Tochter Postbank Kosten senken, etwa 1.000 Mitarbeiter sollen mindestens freigestellt werden. Weil betriebsbedingte Kündigungen vorerst noch ausgeschlossen sind, müssen zunächst ältere Banker gehen.


Ältere Jahrgänge zum Abschied bewegen

Wichtige Geschäftsfelder der Deutschen Bank und der Tochter Postbank sollen aus Kostengründen zusammengelegt werden, die Vereinigung macht weitere 1.000 Mitarbeiter überflüssig. Weil mit der Gewerkschaft jedoch vereinbart wurde, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten, sucht das Institut jetzt Freiwillige. Die Entscheider gehen davon aus, dass ältere Mitarbeiter gerne in den Vorruhestand gehen und erleichtern denen die Entscheidung mit Abfindungen und speziellen Vorruhestandsregelungen. Interessenten sollen sich bis Oktober 2019 melden.

Jede Fusion erübrigt Mitarbeiter

Aktuell arbeiten 31.000 Menschen für beide Häuser, durch die geplante Zusammenlegung vieler Geschäftsbereiche werden vermutlich weit mehr als nur 1.000 Personen arbeitslos. Dies wird vor allem in den Verwaltungen stark zutreffen, dort könnte theoretisch jeder zweite Arbeitsplatz wegfallen. Die fortschreitende Digitalisierung macht in jedem Geschäftsfeld viele Angestellte überflüssig, die Fusion beschleunigt den Prozess zusätzlich. Der Deutsche-Bank-Chef John Cryan kommt seinem Ziel jeden Tag etwas näher: Auf lange Sicht soll die Zahl der Mitarbeiter halbiert werden. Bevor es ans Sparen gehen kann, muss das Haus jedoch knapp zwei Milliarden Euro in die Zusammenlegung investieren. Danach sollen Einsparungen von 900 Millionen per anno möglich sein.

Noch gut zwei Jahre Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen

Einer Vereinbarung mit der Gewerkschaft entsprechend, kann die Deutsche Bank erst ab 2021 betriebsbedingte Kündigungen aussprechen. Bis dahin kostet jede Freistellung eine Abfindung und kann nur auf freiwilliger Basis oder im beiderseitigen Einvernehmen realisiert werden. Das Ziel ist, ein neuer deutscher Bankenriese zu werden, der etwa 325 Milliarden Euro von rund 20 Millionen Kunden verwaltet. Wenn die Fusion bis Mitte 2019 vollzogen ist, hat John Cryan den ersten Teil seiner Vision umgesetzt. Die europäische Vielfalt im Bankenwesen soll aus seiner Sicht wenigen dominante Instituten weichen. Wie viele Stellen dabei zum Opfer fallen, scheint fast nebensächlich.

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