Geldabheben auch bei Sparkassen kostenpflichtig

Zehn Prozent der Sparkassen nehmen mittlerweile Gebühren, wenn Kunden Geld am Automaten abheben. Wer dem durch die Wahl eines anderen Kontomodells entgehen möchte, wird mit anderweitigen Kosten zur Kasse gebeten.


Bei einigen Sparkassen sofort, bei anderen später

Von den 400 deutschen Sparkassen verlangen 20 bereits Gebühren, wenn Kunden das erste Mal am hauseigenen Automaten Bargeld abheben möchten. Bei weiteren 23 Sparkassen werden erst Gebühren fällig, sobald Verbraucher mehr als zwei bis fünf Abhebungen pro Monat am Geldautomaten tätigen. Dies betrifft Sparkassenkunden mit einem bestimmten Kontenmodell. Wer allerdings den Gebühren mit der Wahl eines anderen Modells entgehen möchte, wird mit höheren Kontoführungsgebühren belastet. Die bei der Abhebung fälligen Gebühren liegen bei maximal einem Euro.

Das dichteste Netz an Geldautomaten

Sparkassenkunden können in Deutschland an etwa 25.000 Automaten Geld ziehen, den Kunden der Volks- und Raiffeisenbanken stehen 11.000 Geldautomaten zur Verfügung, während die Institute der “Cash Group” 9.000 ATMs anbieten. Wer an einem “fremden” Automaten Geld abheben wollte, wurde schon immer mit Kosten konfrontiert, innerhalb des Verbunds war der Service jedoch kostenfrei. Nun suchen auch die Sparkassen nach neuen Einnahmequellen, da das Kerngeschäft angesichts niedriger Zinsen kaum noch Einnahmen generiert. Doch beschränken sich die Institute nicht auf Gebührenerhöhungen bei der eigenen Kundschaft, sondern drängen ihre Mitbewerber massiv zum Abschaffen der gebührenfreien Girokonten.

Leistungen richtig bepreisen

Der Verbandspräsident fordert von den Sparkassen, dass sie alle Leistungen rund ums Konto mit angemessenen Gebühren belegen sollen. Schließlich werde für den Service eine kostenintensive Infrastruktur bereitgestellt, zudem müssen die Automaten ständig gewartet und gefüllt werden. Um dies reibungslos zu gewährleisten, müssten die Gebühren bei allen Geldhäusern entsprechend angehoben werden.

Die Sparkassen setzen die Forderungen der Verbandsspitze allerdings nicht einheitlich um. Während einige Häuser schon bei der ersten Abhebung Gebühren in Höhe von maximal einem Euro verlangen, lassen andere Institute ihre Kunden zwei bis fünf Mal pro Monat umsonst Geld abheben.

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