Fusion von Deutsche Bank und Commerzbank?

In den letzten Wochen häufen sich für die Deutsche Bank wieder einmal die “Bad News”. Kaum war bekannt geworden, dass die amerikanische Bankenaufsicht FDIC das Institut zu den “Problembanken” zählt, folgte eine Rating-Abstufung durch Standard & Poor’s. Der Aktienkurs sackte umgehend auf einen Tiefstand.


Angesichts des Siechtums des ehemaligen Branchenprimus fragt sich mancher Beobachter, ob eine Fusion mit der Commerzbank – der Nummer 2 der deutschen Geschäftsbanken – einen Ausweg aus der Krise brächte. Die Bank war im Zuge der Finanzkrise in schwere Schieflage geraten und musste mit Staatshilfe gerettet werden, hat sich aber seither wieder einigermaßen berappelt.

Keine gute Ausgangslage für Fusion

Mit der Fusion würde zumindest den Zahlen nach wieder eine Großbank entstehen, die auch im internationalen Maßstab eine Größe wäre. Spekulationen über einen eventuellen Zusammenschluss erhielten in den vergangenen Tagen neue Nahrung durch eine Bloomberg-Meldung, nach der der Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Bank mit Regierungsvertretern und namhaften Investoren in diese Richtung sondiert habe. Allerdings wird ein solches Vorhaben von Investoren aktuell wohl eher kritisch gesehen und würde nicht unbedingt unterstützt.

Tatsächlich befindet sich die Deutsche Bank für eine Fusion in einer miserablen Ausgangslage. Der Aktienkurs beträgt derzeit nur ein Drittel des Buchwerts – was im negativen Sinne herausragend ist. Von daher wäre eine Fusion aus Investoren-Sicht mit hohen Einbußen verbunden. Auch ist “schiere Größe” keine Lösung für strukturelle Probleme, mit denen nach wie vor beide Banken zu kämpfen haben. Im Gegenteil – mit dem Zusammenschluss würden neue Herausforderungen entstehen, die angesichts der Altlasten schwer zu bewältigen wären. Von daher steht eine Fusion wohl nicht an, solange grundlegende Hausaufgaben unerledigt sind.

Lage kann sich schnell ändern

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Gerüchten zufolge erwägt die italienische UniCredit-Bank eine Fusion mit der Société Générale. Ein solcher Coup “über Grenzen hinweg” würde die europäische Bankenlandschaft verändern und Deutsche Bank wie Commerzbank unter neuen Handlungsdruck setzen.

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