Frauen im Fondsmanagement

Eine aktuelle Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob Frauen im Fondsmanagement erfolgreicher sein könnten als Männer. Weibliche Fondsmanager würden dies gerne bedingungslos unterschreiben. Einige Fakten sprechen jedoch für andere Ansichten.


Nur geringen Anteil im Fondsmanagement

Aus einer bei “Funds Europe” veröffentlichen Erhebung geht hervor, dass in Großbritannien gerade einmal neun Prozent der Arbeitsplätze im Fondsmanagement von Frauen eingenommen werden. Zudem scheinen sich vor allem erfolgreiche Fondsgesellschaften um weibliches Personal zu bemühen. Nach einer Meldung der Onlineplattform Rplan werden 20 Prozent der Fonds mit optimaler Performance von Frauen verwaltet.

Die Gründe hierzu lassen sich nach Ansicht des Plattformbetreibers nur spekulativ erörtern. Möglich wäre, dass den weiblichen Mitarbeitern im Fondsmanagement die Karriere wichtig ist und sie deshalb um gute Leistungen bemüht sind. Vielleicht liegt es aber auch an der elterlichen Erziehung zum sorgfältigen Verwalten von Geld.

In den Vereinigten Staaten liegt der Anteil weiblicher Fondsverwalter ebenfalls bei knapp zehn Prozent. Einschlägige Institutionen sind um einen höheren Prozentsatz bemüht.

Sind Frauen wirklich die besseren Fondsmanager?

Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst betrachtet werden, was sich Anleger in aktive Fonds vom Management erwarten. Ein Fondsmanager (männlich oder weiblich) soll unter Eingang verhältnismäßiger Risiken Renditen erwirtschaften, die deutlich über dem Marktdurchschnitt liegen. Nur dafür sind Investoren zum Zahlen vergleichsweise hoher Gebühren bereit. In der Realität gelingt dies jedoch auf Dauer kaum einem Manager.

Die Studie der Onlineplattform Rplan kann oder will die Frage, ob Frauen die besseren Fondsmanager sind, nicht beantworten. Bereits 2014 kommentierte die Zeitschrift “Economist” das Thema sinngemäß wie folgt:

Weibliche Fondsmanager dürften sich vor allem in ruhigen Marktphasen als qualifizierte Verwalter beweisen. Wenn es darum geht, Kundenerwartungen zu erfüllen, welche sich in volatilen Zeiten am besten realisieren lassen, scheitern sie oft an zu geringer Risikobereitschaft.

Fazit

Ungeachtet des Geschlechts müssen Fondsmanager immer bestmögliche Ergebnisse abliefern, um ihre Jobs langfristig zu behalten. Wenn die Wertentwicklung eines Fonds zu wünschen übrig lässt, wenden sich Anleger schnell anderen Investments zu.

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