Europas Banken sind nicht profitabel

Die Geldhäuser Europas sind nach wie vor hohen regulatorischen Kosten ausgesetzt, welche negativen Einfluss auf die Profitabilität ausüben. Zu diesem Schluss kommen Experten bei der Lektüre einer aktuellen Studie der Boston Consulting Group.


Europas Institute hinken denen der Vereinigten Staaten hinterher

Seit der Finanzkrise entwickeln sich die Banken Europas und der USA scheinbar in verschiedene Richtungen. Die Bankhäuser des alten Kontinents kämpfen, gemessen an den Bilanzsummen mit steigenden Kosten und erwirtschaften im Ganzen seit Jahren negative Erträge. Den Mitbewerbern in den Vereinigten Staaten gelang hingegen die Ausrichtung auf profitable Segmente, sie erzielen mittlerweile mit weniger Kosten steigende Erträge. Das Kernproblem beider Banksektoren kommt in den USA daher nicht mehr so deutlich in den Vordergrund wie in Europa, gleichwohl ist es noch vorhanden, wird aber zeitnah angegangen.

Regulierungen kosten Geld und engen die Möglichkeiten ein

In den Vereinigten Staaten hat die neue Administration das Problem der heimischen Banken wahrgenommen. Tausende von teuren Regulierungen treiben die Kosten der Geldhäuser in die Höhe und beschränken ihre geschäftlichen Optionen gefährlich. Die Idee, für eine neue Regulierung mindestens zwei bestehende Vorschriften abzuschaffen, wird von Bankern und Unternehmern überaus positiv aufgenommen.

Das europäische Bankenwesen plagt sich hingegen mit einem täglich wachsenden Berg an Regulierungen. Seit 2015 müssen Banker 50.000 Regeländerungen in ihre tägliche Geschäftspraxis einbeziehen, die Einhaltung aller Vorschriften wird zunehmend unmöglich und führt meist ungewollt zu hohen Strafzahlungen.

Bei Weitem nicht jede Regulierung hilft Bankkunden

Als der neue Präsident der USA eine Überprüfung aller bestehenden Regulierungen ankündigte, kam sofort herbe Kritik aus Europa. Dabei wurde geflissentlich übersehen, dass Donald Trump nur überflüssige, aber bremsende Regeln annullieren möchte, um den Banken den notwendigen Freiraum für Geschäftstätigkeit einzuräumen. Weiterhin wurde ausgeblendet, dass die Deregulierung Banken ebenso entlasten soll wie Handel und Produktion. Dabei ist keineswegs an die Abschaffung von Vorschriften gedacht, die Kunden oder Mitarbeitern notwendigen Schutz geben.

Europäische Banken wollen Kosten senken

Dies funktioniert jedoch nur in einem Spielraum lassenden Umfeld, fehlt dies aufgrund zu vieler Regulierungen, greifen die Institute zu wenig populären Mitteln. Digitalisierung, Filialschließungen und drastischer Stellenabbau werden als Lösungen wahrgenommen, ob es damit allerdings gelingt, die Kunden auf Dauer zu halten, darf bezweifelt werden.

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