Es waren einmal Banker

Leonard Fischer hat seine Ansichten zur Finanzkrise und einer Branche, in der er selbst lange erfolgreich war, in seinem ersten Buch dargelegt. “Es waren einmal Banker” verdeutlicht das Scheitern eines für sicher gehaltenen Systems.


Schulden machen lassen

Genau dazu fordert nach Ansicht Leonard Fischers die Finanzindustrie weltweit auf, weil sie von der Kreditvergabe an Staaten sowie Verbraucher profitiert und an die Effizienz des eigenen Risikomanagements glaubt. Die letzte Finanzkrise sei durch mehrere Zinserhöhungen der FED ausgelöst worden, meint Fischer. Diese hätten die Tragfähigkeit der Schuldner überfordert. Banken kamen in Schieflage, wurden von Regierungen mit Steuergeldern aufgefangen und die Krise erfasste private sowie öffentliche Haushalte gleichermaßen.

Finanzsystem ohne Zukunft?

Selbst für einen Ex-Banker wie Leonard Fischer ist es unverständlich, dass Staaten Banken mit ihnen anvertrauten Geldern des Staatsvolkes retten. Fischer erklärt sich dies mit der Angst der Regierenden vor den Reichen mit großem Einfluss. Die Elite geht aus jeder Krise reicher hervor, weil die Politiker bei verweigerter Hilfe negative Auswirkungen für die breite Masse befürchten. Die Sanierungsmaßnahmen dauern Jahre und am Ende steht schon wieder eine neue Krise an.

Fischer hält das Finanzsystem ohne tief greifende Änderungen langfristig für nicht überlebensfähig. Dass es sich hierbei höchstens um die Behandlung von Symptomen handeln kann, entgeht ihm bei aller Kompetenz. Das System lebt, wie auch Leonard Fischer weiß, von Schulden und Krediten, diese durch irgendwelche Restriktionen, Regulierungen und Verordnungen einschränken zu wollen, bedeutet in jedem Fall wirtschaftlicher Stillstand.

Die nächste Krise kommt bestimmt

Leonard Fischer will oder kann keine Angaben zum Zeitpunkt der nächsten Verwerfungen machen. Er ist sich aber sicher, dass sie kommen. Kein Banker kann seiner Meinung nach dafür verantwortlich gemacht werden, weil jeder nur als kleines Rad in einem kollektiven Prozess fungiert. Ansonsten empfiehlt der Ex-Banker den Deutschen, weniger zu sparen und übrige Gelder in Aktien oder Indexfonds zu stecken. Vom britischen Abschied aus der EU wird seiner Ansicht nach Frankfurt profitieren.

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