Deutsche Bank schließt rund 200 Filialen in 2017

Während des laufenden Jahres wird die Deutsche Bank fast 200 Filialen schließen. In den verbleibenden Dependancen soll der Service deutlich an Qualität gewinnen. An eine Abwanderung der Kundschaft wird in Deutschlands größter Bank nicht geglaubt.


Die Deutsche Bank im Umbau

Seit etwa eineinhalb Jahren trennt sich das Geldhaus von seinen Altlasten, teure Rechtsstreitigkeiten wurden beigelegt und die Bank wieder auf Rentabilität getrimmt. Zumindest im laufenden Jahr müssen Aktionäre auf Dividende verzichten. Zudem sollen an der Sanierung des Hauses auch die Entscheidungsträger mitwirken und von der gewohnten Boni Abstand nehmen. Für den Privatkunden wird der Umgestaltungsprozess an der Schließung von knapp 200 Filialen deutlich, gleichwohl sollen die übrig bleibenden Niederlassungen kundenfreundlicher gestaltet werden.

Veränderungen in Etappen

Die Deutsche Bank bezeichnet 2016 als Jahr des Übergangs, das laufende Jahr wird dem Umbau gewidmet und erste Erfolge sollen 2018 sichtbar werden. Die derzeit bestehenden 723 Filialen sollen in zwei Wellen um genau 188 Standorte verringert werden, die Schließungen werden bis Ende Juni abgeschlossen sein. Das Institut ermittelte in einer Umfrage, dass jeder zweite Kunde eine Filiale nur einmal im Jahr aufsucht. Daher plant die Bank auch keine Niederlassungen mit reduziertem Angebot, wie sie aktuell bei der Commerzbank im Gespräch sind.

Ausgeweitetes Angebotsspektrum in den weiter bestehenden Filialen

Die Deutsche Bank will anspruchsvollen Kunden in den verbleibenden Dependancen ein facettenreiches Angebot offerieren, zu welchem unter anderem auch Investments für Kinder gehören sollen. Letztendlich wird das Leistungsspektrum weiterhin verfügbarer Niederlassungen auf Privatkunden ebenso abzielen, wie auf Unternehmenskunden.

Eine auf Erfahrungen basierende Strategie

Die Topmanager der Deutschen Bank glauben nicht, dass die geplanten Schließungen bei sorgfältiger Kommunikation zu Verlusten an Kunden führen. Das Institut weist dazu auf die Erfahrungen bei Filialschließungen in der Vergangenheit hin. Dementsprechend hatte die in der letzten Dekade umgesetzte Verringerung des Filialnetzes von 1.000 auf gut 700 Standorte zu äußerst geringer Verlustquote geführt. Aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung bietet die Deutsche Bank den durch Schließung freigestellten Mitarbeitern keine anderen Arbeitsplätze an. Viele sehen daher in der Selbstständigkeit eine ebenso sinnvolle wie lukrative Alternative.

Bildmaterial: strangeways70©/Fotolia