Das Geheimnis der Managergehälter

Die Gehälter von Führungskräften erscheinen Normalverdienern zu hoch und kaum nachvollziehbar zusammengesetzt. Den Vorständen geht es nicht wesentlich anders, die meisten von ihnen haben keine Ahnung, warum sie so üppig entlohnt werden.


Managergehälter nicht in den Griff zu bekommen

Seit Jahren stehen die Vergütungen deutscher Konzernvorstände in der öffentlichen Kritik, sie erscheinen vielen zu hoch und wenig transparent aufgebaut. Die üppigen Gehälter lassen die Empfänger gierig erscheinen, zumal extra dafür beschäftigte Experten ständig neue Berechnungsmodelle in ihrem Sinn erfinden. Der Gesetzgeber will dem zwar entgegenwirken, doch jede Initiative läuft ins Leere und hinterlässt noch komplexere Vergütungssysteme. Die kaum nachvollziehbare Kombination aus Grundgehalt, Prämie und Zusatzleistungen ist jedoch nicht nur eine Herausforderung für die Politik, auch den Empfängern fehlt es an Klarheit.

Zurück zu den 70ern

Vor 40 Jahren waren Managergehälter noch einfach verständlich, sie setzten sich aus festen Bezügen und einigen Extras zusammen. Das Unheil begann, seinen Lauf zu nehmen, als US-Ökonomen zu attraktiven Anreizsystemen für Manager aufriefen. Seither wachsen die Gehälter nicht nur ins Unermessliche, sie werden auch immer weniger nachvollziehbar. In den 70er Jahren verdiente ein Vorstandsmitglied etwa 25 Mal mehr als ein gewöhnlicher Mitarbeiter. 2005 stieg der Faktor auf 42 und liegt aktuell bei durchschnittlichem Wert von 60 Zählern.

Steigende Gehälter werden gerne angenommen, gleichwohl ist die Zusammensetzung von den meisten Empfängern nicht erklärbar. Immer mehr Vorstände wünschen sich die einfache Verständlichkeit der 1970er zurück.

Die Politik ist machtlos

Grüne und Sozialdemokraten wollen die Vorstandsgehälter drastisch beschränken, doch ihre Initiativen treffen auf herbe Kritik und blieben bislang erfolglos. Freiwillige Beschränkungen, wie sie jetzt vom Vorstand des VW-Konzerns beschlossen wurden, ernten hingegen den Spott der Öffentlichkeit. Allerdings ändert die freiwillige Deckelung der Vorstandsgehälter bei VW nichts an der fehlenden Transparenz. Die ist jedoch wichtig, weil mehr Verständnis in der Diskussion um die Höhe zu einleuchtenden Argumenten führt, aufseiten der Bezieher ebenso wie bei den Kritikern.

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