Commerzbank verschlankt sich

Im Rahmen des angekündigten Konzernumbaus verkauft die Commerzbank ihre Derivate- und ETF-Sparte. Das Institut will damit Freiräume schaffen und das Geschäft vereinfachen. Von der Entscheidung betroffen sind mehrere Hundert Mitarbeiter.


Die Commerzbank wird schlanker

Mit dem Verkauf des EMC Sektors (equity markets and commodities) macht die Commerzbank einen wichtigen und erwarteten Schritt beim Umbau. Das französische Institut Société Générale erwirbt damit den Geschäftsbereich Aktienderivate und börsengehandelte ETFs. Beide Häuser beantworteten keine Nachfragen zum Kaufpreis, Fakt ist jedoch, dass die bislang in der Sparte tätigen 520 Mitarbeiter zum französischen Geldhaus wechseln.

Niedrigere Kosten, Risiken und Erträge

Commerzbank-Chef Martin Zielke erklärte in einer Pressemitteilung, dass minimierte Risiken und niedrigere Kosten sich positiv auf die Geschäfte auswirken werden. Durch die Einsparungen auf der Kostenseite soll Kapital für das Kerngeschäft mit Privatkunden freiwerden. Allerdings laufen mit der schrittweisen Übertragung des EMC Bereichs im kommenden Jahr auch die Erträge aus. 381 Millionen Euro erwirtschaftete die Commerzbank 2017 mit der Sparte, etwa vier Prozent des Gesamtertrags vor Steuern. Den Bruttoeinnahmen stehen nicht näher bezifferte Kosten gegenüber. Ziel der Bank ist eine mit dem Verkauf verbundene Kostensenkung um mindestens 200 Millionen Euro bis Ende 2020.

Hausinterner Aktienhandel verbleibt bei der Commerzbank

Auf 6.5 Milliarden Euro sollen die jährlichen Kosten von Deutschlands zweitgrößtem Bankhaus bis 2020 sinken. Die Aufwandquote soll auf 66 Prozent gedrückt werden. Im vergangenen Jahr betrug der Verwaltungsaufwand noch 7.1 Milliarden Euro und damit 82 Prozent der gesamten Erträge. Die Société Générale verspricht sich von dem Erwerb ein optimiertes Potenzial des Gesamtangebots. In einer Mitteilung wurde der EMC Bereich als perfekte Ergänzung definiert.

Indes verbleibt das Eigenmarktgeschäft auch nach der Transaktion im Haus. Die Commerzbank wird weiterhin Unternehmen bei der Aktien-Ausgabe begleiten und selbst mit Aktien handeln. Zudem wird das Institut die Geschäfte mit Produkten zur Absicherung von Rohstoffrisiken behalten. Wo die Mitarbeiter im EMC Bereich nach dem Verkauf arbeiten sollen, wurde von der Commerzbank nicht kommuniziert.

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