Altersvorsorge mit Abhängigkeit vom Rentenfaktor

Die Anbieter Allianz und Zurich Insurance senken aufgrund der anhaltend niedrigen Zinsen den Rentenfaktor bei fondsgebundenen Lebensversicherungen. Für Versicherungsnehmer bedeutet diese Entscheidung weniger Rente bei unveränderter Sparleistung, zudem geht davon eine Signalwirkung für die Branche aus.


Rentenfaktor sinkt um mindestens 20 Prozent

Bei der Allianz wird zur Berechnung der Monatsrente dann nur noch ein Rechnungszins von 1.75 Prozent zugrunde gelegt, bislang beträgt der Wert mindestens 2.25 Prozent. Beide Gesellschaften teilten ihren Kunden vor Jahreswechsel mit, dass sie bei fondsgebundenen Policen mit einer Senkung des Rentenfaktors um 20 bis 25 Prozent rechnen müssen. Bevor die Versicherer ihre Pläne umsetzen konnten, mussten sie von der BaFin bestätigte unabhängige Treuhänder hinzuziehen. Die sollten prüfen, ob die Senkung unausweichlich und in der geplanten Größenordnung angemessen war.

Zwei Rentenfaktor-Modelle zur Wahl

Kunden, die sich für eine fondsgebundene Lebensversicherung entschieden, konnten unter zwei Modellen wählen:

  • Den garantierten Rentenfaktor, welcher 70 bis 80 Prozent des offerierten Wertes sichert.
  • Einen festen Prozentsatz, der allerdings bei bestimmten Situationen angepasst werden kann.

Für Versicherungsnehmer, die sich für das zweite Modell entschieden haben, könnten möglicherweise Lücken in der Altersvorsorge entstehen. Sollte sich die Zinssituation verbessern, dürften die Versicherer ihre Rechnungsgrundlagen jedoch wieder erhöhen.

Lieber eine seriöse Geldanlage statt vom Rentenfaktor abhängig sein

Wer in eine fondsgebundene Lebensversicherung investiert, könnte sein Investment auch umsetzen, ohne eine Versicherungsgesellschaft an der Rendite zu beteiligen. Der Vorteil: Die Geldanlage kann auf die persönlichen Anforderungen seitens Risikobereitschaft und Lebenssituation ausgerichtet werden. Während Versicherer zu vergleichsweise risikoarmen Investitionen gezwungen sind und schon deshalb die Rentenfaktoren senken müssen, kann ein Privatanleger alle Vorteile einer soliden Geldanlage zu seinen Gunsten nutzen.

Selbst breit diversifiziert in Aktien investieren bedeutet, alle am Markt gebotenen Chancen für einen komfortablen Lebensabend wahrzunehmen. Gleichwohl erfordern derartige Investments umfassende Fachkenntnisse, welche meist nicht vorhanden sind und daher den Beistand eines idealerweise unabhängigen Finanzberaters ratsam erscheinen lassen. Da es sich bei der Allianz um den Marktführer in der Branche handelt, ist davon auszugehen, dass andere Gesellschaften in Kürze ebenfalls ihren Rentenfaktor senken.

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